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Reisebericht Graz


Graz: Und in der Mitte steht ein Berg

Der Schlossberg. Umgeben von einer romantischen Parkanlage mit reichlich südländischem Flair befinden sich hier die wohl bedeutendsten Wahrzeichen der Stadt – Glockenturm und Uhrturm. Doch auch sonst gibt`s reichlich viel zu entdecken.


Im Inneren des Glockenturms befindet sich die „Liesl“ als größte Glocke der Stadt, Türkenbrunnen und Stadtbastei zeugen von einer recht bewegten Vergangenheit. Der Dom im Berg gibt eine wohl einmalige Eventlocation, die magische Märchengrotte versetzt Kinderherzen in Verzücken. Der Ausblick über das Grazer Dächermeer ist verheissungsvoll – das UNESCO Weltkulturerbe versteht es blendend, Tradition und Avantgarde in harmonischen Einklang zu bringen. Geschichtsträchtig gibt sich das Landeszeughaus – über 30.ooo teils recht skurill anmutende Exponate historischer Kampfkunst stehen zu Schau, einst diente es dem glorreichen steirischen Adel als Waffenkammer.


Arkadenhof im Renaissance-Look, aufgeteilt auf drei Etagen. Eine Brunnenlaube aus Bronzeguss. Und Innen gediegener Barock – das Landhaus in der Grazer Herrengasse gleicht einem venezianischen Palazzo und offeriert ein nahezu pompöses Ambiente für festliche Veranstaltungen. Imperiale Dimensionen offenbart das Mausoleum: Gold schimmernde Bekrönungen, grüne Kuppeln und monumentale Statuen bereichern die charakteristische Grazer Stadtkrone, die nur vom mächtigen Dom überragt wird. Dessen schlichte Fassade täuscht – die wahren Werte liegen in der barocken Ausstattung, eingebettet in gotischer Architektur. Chorgestühl, Hochaltar und Kanzel zeigen qualitativen Charakter, die Reliquienschreine gelten als besonders kostbar. Die Orgel liefert dank 5000 Pfeifen eine geradezu himmlische Akustik. Halleluhja!


Schloss Eggenberg ist eine gleichermassen beliebte wie bekannte Filmkulisse. Kunstsammlungen, Planetensaal, Planetengarten und – bei Jupiter: Die plakativen Darstellungen der 12 Sternzeichen spiegeln die unendliche Weite des geheimnisvollen Universums in einem auf dem gregorianischen Kalender basierenden Konzept.


Das schmucke Opernhaus beherbergt einen repräsentativen Treppenaufgang, Stuck und pompöse Deckengemälder ergänzen das Erscheinungsbild. Hier nahm die Karriere des legendären Robert Stolz ihren Anfang! Das Lichterschwert neben dem Opernhaus sorgt für den gewissen futuristischen Touch. Ambitionen der ausserirdischen Art prägen das Kunsthaus. Untrennbar verbunden mit dem Eisernen Haus sorgen über 1000 Acrylglaselemente und extravagante Nozzles für das markante Design – ET lässt grüssen. Ein ausgeklügelter Gag integriert den bekannten Uhrturm als Exponat der besonderen Art. Und mittlerweile scheint man in Graz auch reif für die Insel zu sein: Das muschelförmige, halb offene Gebilde aus Stahl mit gewagter Dachkonstruktion – bekannt als Murinsel – hat mittlerweile Kultstatus angenommen und dient als Cafe, Arena und Abenteuerspielplatz. Der Entwurf stammt übrigens aus der Feder des New Yorker Künstlers VITO ACCONCI.


Am Hauptplatz mit dem mächtigen Rathaus dominiert bauliches Mittelalter. Altehrwürdige Bürgerhäuser, Laubengänge und schmuck verzierte Fassaden beleben das bunte Strassenbild, welches durch Würstelbuden aufgelockert wird. Kaum zu glauben, aber (Käse ) Krainer und Wiener Würstel schaffen eine vertraute Atmosphäre für Klatsch und Tratsch.


Stilvoll zeigt sich die Sporgasse: Barock, Jugendstil und Renaissance gehen Seite an Seite, die Botschaft lautet: Willkommen in der Altstadt! Des Kaisers Spuren führen in die Hofgasse: Viele seinerzeit mit kaiserlich-königlichen Ehren ausgezeichnete Handwerksbetriebe sind hier zu finden, ebenso das Schauspielhaus. Die Sackgasse gilt als ultimative Kunstmeile - Museen und Antiquitätenläden, aber auch Kunst und Kitsch an jeder Ecke. Teils mittelalterliche Reminiszenzen sorgen für Stil und Flair wo einst der erste Gassenmarkt abgehalten wurde. Apropos Märkte: Der traditionsreiche Bauernmarkt gilt als kulinarisches Mekka der Region. Deftiges vom Bauernhof, Obst und Gemüse aus dem fruchtbaren Umland sowie das für diese Gegend typische Kürbiskernöl sind wohlfeil – die steirischen Naturprodukte wissen durch Frische und Aroma zu überzeugen. Und um gleich beim Thema Genuss – also Ausgehen, Nachtleben und Restaurants zu bleiben: Es gilt als schick, dann und wann im Grazer Bermudadreieck unter zu tauchen – Geselligkeit und Gastfreundschaft liegen in der Natur der Dinge.
 

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